LUCA

Das Fische-Kind

Das Fische-Baby ist von einem Zauber umgeben, der jedes Herz, auch das härteste, auf unerklärliche Weise rührt.

Wer immer in Fischleins Wiege schaut, muß das kleine Windelpaket aufnehmen und zärtlich an sich drücken. Und das ist auch gut so, denn nichts braucht dieses sensible Geschöpf so sehr wie innigen Körperkontakt. Eltern werden überrascht sein, wie lieb und brav ihr Nachwuchs ist. Und sie werden sich wünschen, daß dieses Engelchen niemals erwachsen wird.

Auch im Kleinkind- und Vorschulalter büßt dieser kleine Spatz nichts von seinem geheimnisvollen, entwaffnenden Charme ein. Im Gegenteil. Eltern kommen jetzt oft ins Grübeln. Ihr Sprößling entwickelt nämlich seine typischen Eigenschaften: eine Unmenge Fantasie, Hilfsbereitschaft und Ahnungsvermögen, um nicht zu sagen "hellseherische Gaben". Man sollte sich also über nichts wundern, sondern dafür sorgen, daß der empfindsame Zögling lernt, seine Traumwelt mit der Realität zu verbinden. Ganz behutsam, versteht sich. Denn "kleine Fische" sind nicht nur große Träumer, sondern auch Individualisten...
 

In der Schulphase wird der Nachkömmling seinen Eltern sicher auch keinen Probleme bereiten. Still und friedlich (aber nicht ehrgeizig) zieht er sein Pensum durch. Schon allein deshalb, weil Fische-Junior Kämpfe nicht mag. Kommt es dicke, zieht sich der Spatz lieber zurück, anstatt sich mit der rauhen Welt herumzuschlagen. Man kann ihn ruhig gewähren lassen. Hin und wieder braucht der kleine Fisch Ruhe und Einsamkeit. Und wenn er einmal groß ist, wird er sein Leben schon meistern. Eben auf seine "wundersame" Art. Der Fische-Nachwuchs, der im Land der Feen und Elfen zuhause ist, wird nicht selten künstlerische Begabungen oder zumindest Interessen haben. So früh wie möglich sollten Eltern deshalb für Malstifte, Bücher oder ein Musikinstrument anbieten, damit Kreativität und Fantasie ihren Ausdruck finden können. Nicht nur Mami und Papi, auch die Lehrer dürfen sich darüber freuen, daß der sanfte Sprößling keine nennenswerten Erziehungsprobleme verursacht. Dieses Kind ist nicht störrisch oder bockig, es liebt keine spektakulären Auftritte. Und böse Worte schon gar nicht. Eine Gefahr besteht allerdings darin, daß Fische-Junior leicht beeinflußbar und das Selbstbewußtsein nicht sehr stark ausgeprägt ist.

 

Kurzum, kleine Fische möchten eben, daß es allen Menschen gut geht. Und zum Thema Schule wäre noch zu erwähnen, daß es bis heute noch keinen Fisch gegeben hat, der für "Zucht und Ordnung" etwas übrig hat. Man sollte diesen sensiblen, aber höchst fantasievollen, Ableger nicht über Stunden konzentriert arbeiten lassen. Schöpferische Pausen sind für Junior das A und O und schließlich auch der Schlüssel (zum späteren) Erfolg. Und wenn um Fischlein herum "Kraut und Rüben" herrschen, besteht kein Grund zur Panik. Junior braucht sein "persönliches Chaos" und findet sich mit todsicherem Instinkt darin perfekt zurecht. Wie, weiß natürlich niemand...

 

Allmählich entwächst der kleine Engel seinen Kinderschuhen. Leider, werden viele Eltern sagen. Doch auch kleine Feen und Zauberlehrlinge müssen flügge werden. Grund zur Trauer besteht allerdings nicht, denn Junior ist und bleibt anhänglich. Was die Liebe betrifft, so meistert er diese neue Herausforderung, wie immer, auf seine stille, leise und unauffällige Weise. Eltern müssen übrigens nicht befürchten, daß es zu besonderen Schwierigkeiten kommt. Denn wer so gefühlsbetont und einfühlsam ist, wie dieser zartbesaitete Nachwuchs, wird mit der Welt der Emotionen und der Erotik fast spielend fertig. - Und "verzaubert" das andere Geschlecht einfach.