JOEL

Das Zwillinge-Kind

Kaum hat dieses kleine Bündel Mensch das Licht der Welt erblickt, läßt es auch schon seine interessierten und neugierigen Blicke kreisen:

Eine Eigenschaft, die es sein ganzes weiteres Leben nicht mehr ablegen wird. Zwillinge-Junior ist nämlich ein überaus aufgewecktes, vielseitiges und kontaktfreudiges Wesen.

Und wir haben es hier mit dem zu tun, was man ein "helles Köpfchen" nennt. Da Klein-Zwilling die Welt möglichst schnell entdecken und kennenlernen will, übt er sich häufig schon sehr früh im Laufen, und vor allen Dingen im Sprechen. Denn der gedankliche und verbale Austausch - kurz: die Kommunikation schlechthin - ist ihm ein dringendes Bedürfnis. Und so wird dieser kleine Springinsfeld Mami und Papi von nun an immer wieder in Gespräche und Diskussionen verwickeln, bis ihnen die Köpfe rauchen...

Diesen cleveren Ableger kann man deswegen auch schon beizeiten im Kindergarten anmelden. Denn da hat ein reiches Betätigungs- bzw. Gesprächsfeld unter Gleichaltrigen. Das Basteln wird Zwillinge-Junior sicherlich auch großes Vergnügen bereiten, weil er nämlich nicht nur ein redseliger, sondern auch ein geschickter und fingerfertiger Nachwuchs ist.
Mit Schulbeginn sollten fürsorgliche Eltern ihrem quicklebendigen Nachwuchs einen Terminkalender schenken. Denn das Lesen und Schreiben beherrscht er vermutlich sowieso in Nullkommanichts, und weil Zwillinge-Junior sich mit Begeisterung (und möglichst vielen Kindern) verabredet, lernt er so hoffentlich schon rechtzeitig (Termin-) Streß auf ein gesundes Minimum zu reduzieren. Die Schule als solche dürfte für dieses helle Köpfchen kein Problem darstellen. Zwillinge-Junior verfügt über eine rasche Auffassungsgabe und kann Erlerntes sicher und vielfältig umsetzen - und anwenden. Da werden die Lehrer sicherlich ihre Freude haben. An seinem zappeligen und vorlauten Naturell vermutlich weniger. Denn das sei auch erwähnt: Kleine Zwillinge geben mit Vorliebe ihre Kommentare ab, auch unaufgefordert, versteht sich. Eine Angewohnheit, die sich auch später nur schwer abstellen lässt...
  Manche Eltern sind vielleicht besorgt, weil Junior scheinbar selten Hausaufgaben macht. Und gleichzeitig noch mit anderen Dingen beschäftigt ist. Keine Sorge - dieser patente und vielseitige Ableger lernt dank der schon erwähnten raschen Auffassungsgabe sowie seines gut ausgeprägten Intellektes wegen quasi im Vorübergehen. Übertriebenen Ehrgeiz und verbissenes Pauken hat der kleine Zwilling daher meist gar nicht nötig. Man kann ihn also ruhig gewähren lassen. Stellt sich erst die Pubertät ein, hat Zwillinge-Junior, der sonst mit allen Situationen, Gegebenheiten und Herausforderungen des Lebens so geschickt und mühelos fertig wird, allerdings doch so seine Schwierigkeiten. Das liegt daran, daß er sich als "Kopf"-Mensch lieber auf der logisch-rationalen Ebene bewegt.

Kommen nun Gefühle ins Spiel, gelten die alten und gewohnten Regeln und Muster nicht mehr, was ihn natürlich verunsichern kann. Damit der pubertäre Zwilling ohne große Probleme "beziehungsfähig" wird, und sich dem anderen Geschlecht auch emotional nähern kann, sollten Eltern schon sehr früh darauf achten, daß dieser geistreiche Nachwuchs die Welt der Gefühle nicht verdrängt, sondern sich darin sicher bewegen und Zuhause fühlen kann. Dazu müssen diese nicht ständig an ihrem kleinen Zwilling herumschmusen. Es reicht, wenn sie ihm das Gefühl von Geborgenheit und Präsenz geben, damit sich die kindliche Seele öffnen und entfalten kann.